Über die Kampagne

Desinformation, Propaganda und “Fake News” hat es schon immer gegeben. Aber warum sollten wir uns darüber überhaupt Sorgen machen?

Was sie heute anders ist, ist ihre schnelle Verbreitung und globale Reichweite. Die Verbreitung falscher Informationen wird von den Gegnern der Freiheit absichtlich als Waffe eingesetzt. Sie wird benutzt, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in demokratische und staatliche Institutionen sowie die Medien zu mindern und soziale Spaltung, Ressentiments und Ängste zu verstärken.

Die Kampagne FreedomFightsFake ermutigt Bürgerinnen und Bürger rund um den Globus, sich kritisch mit dem Thema Desinformation auseinanderzusetzen.

Wie können wir erkennen, welche Behauptungen (absichtlich) falsch sind?
Auf welche Weise können wir dem globalen Phänomen der Desinformation begegnen?
Wie steht es um die Medienfreiheit in der Welt und wie können wir sie stärken?

Begeben Sie sich mit uns auf die Suche nach Antworten unter und lassen Sie uns gemeinsam gegen Desinformation vorgehen!

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Afrikanische Medien- und Pressefreiheit in Zeiten von Covid-19

Die Videokonferenz von kenianischen, tansanischen und simbabwischen Journalisten am 18. Mai 2020 zu Medienfragen und Covid-19 war zeitgemäß und aufschlussreich. Sie deckte ein breites Spektrum von Themen ab, darunter die Art und Weise, wie die Medien über das Coronavirus berichteten, die Möglichkeiten, Grenzen und Aussichten für die Zukunft.

Journalisten gaben an, dass sich die Medienberichterstattung über Covid-19 weitgehend auf Ereignisse, Aktualisierungen und Statistiken konzentriert. Sie sagten, dass die Berichterstattung von Informationen gelenkt wird, die aus den offiziellen Kanälen, von Regierungen und deren Behörden stammen und weniger von unabhängigen Informationsquellen. Für gewöhnlich wird berichtet, wie viele Menschen getestet wurden, wie hoch die Zahl der Infizierten ist und wie viele an dem Virus gestorben sind. Der Schwerpunkt liegt auf staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Weniger Beachtung findet die Geschichte hinter der Geschichte, sprich die verheerenden und weitreichenden Auswirkungen und Folgen des Coronavirus.

Die Pandemie – die auf der ganzen Welt verheerende Verwüstungen mit virulenten Auswirkungen und verheerenden Folgen anrichtet – hat die größte globale Störung verursacht, die viele Menschen innerhalb einer Generation und sogar in ihrem ganzen Leben erlebt haben. Ihre Auswirkungen und Folgen ziehen sich durch die Lebensbereiche von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Einige sind der Ansicht, dass ihre Auswirkungen so weitreichend sein werden, wie die des Zweiten Weltkriegs und weitaus schlimmer in Umfang und Ausmaß als die globale Finanzkrise von 2008, die jetzt im Vergleich zur Pandemie wie ein sanftes Lüftchen erscheint, was ihre Schwere und Auswirkungen anbelangt. Das Virus und seine Folgen werden unsere politischen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen und unser Leben neu ordnen und in mancher Hinsicht eine neue globale Ordnung schaffen. Es schafft auf in verschiedenster Weise eine neue Normalität. Zweifellos wird Covid-19 im Guten wie im Schlechten Politik und Regierungsgewalt, Führungsstil und -ansatz, bürgerliche und politische Freiheiten sowie Wahlfragen beeinflussen. Sie wird sich auch darauf auswirken, wie die Volkswirtschaften strukturiert sind und geführt werden, auf die Rolle der Regierungen in der Wirtschaft und im Geschäftsleben, auf die Art und Weise, wie Unternehmen geführt werden und wie sie mit Druck umgehen, wie sie sich entwickeln und mit dem Veränderungsmanagement umgehen und tatsächlich auch, wie sie sich anpassen, um zu überleben. Darüber hinaus wird das Virus unweigerlich Einfluss darauf haben, wie Menschen die Technologie nutzen, um Aufgaben mit weniger physischer Nähe ausführen zu können. Das Virus hat bereits zu weltweiten Reiseverboten und -einschränkungen geführt, die Finanzmärkte erschüttert und weltweit Absagen von Veranstaltungen und Konferenzen verursacht – mit enormen Auswirkungen auf Sport und Musik und kulturelle Veranstaltungen insgesamt. Dennoch gibt es nicht viele detaillierte und aussagekräftige Berichte über das Virus. Reporter berichteten über den mangelnden Zugang zu Informationen und den Top-down-Kommunikationsansatz der Regierung beim Thema Corona, der die Medien und die Bevölkerung auf bloße Empfänger offizieller Erklärungen und Narrative reduziert habe. Daher die linearen Perspektiven in der Kommunikation, offiziellen Linien und dem Verständnis des Virus.

Darüber hinaus gaben die Journalisten auch einen Mangel an Ressourcen an, dass Geld, Logistik und technologische Mittel fehlen, um effektiv über die Geschichte zu berichten, die die größte einer Generation ist. Medienunternehmen kämpfen ohnehin schon um ihr Überleben, aber die Pandemie hat ihre finanzielle Lage verschlechtert, so dass sie jetzt mehr um ihre Zukunftsfähigkeit besorgt sind als um die Berichterstattung über die Geschichte. Einige Medienkonzerne haben bereits Maßnahmen zu Gehaltskürzungen, Einsparungen und Verkleinerungen ihrer Unternehmen getroffen, so dass sie nicht mehr in der Lage sind, effektiv über die Situation zu berichten. Zu den weiteren Einschränkungen gehören der Mangel an persönlicher Schutzausrüstung und die Angst vor dem Virus selbst. Die Journalisten warfen auch die Frage der Vereinnahmung der Medien auf, dass einige Medienorganisationen im Besitz von Politikern oder Eigentümern sind, die politische Interessen verfolgen. Dies, so sagten sie, beeinträchtige die professionelle, ethische und ausgewogene Berichterstattung zu diesem Thema.

Die Frage der redaktionellen Unabhängigkeit wurde bei der Debatte intensiv diskutiert. Es wurde festgestellt, dass Medienorganisationen ihre redaktionellen Positionen zunehmend kompromittieren, um zu überleben. Dies ist zu einer großen Bedrohung für eine unabhängige redaktionelle und qualitativ hochwertige Berichterstattung zu diesem Thema geworden. Das Thema der Bedrohung der Zukunftsfähigkeit der Medien infolge Corona kam ebenfalls zur Sprache, wobei die zunehmende Befürchtung zum Ausdruck kam, dass einige Unternehmen die verheerenden wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Pandemie nicht überleben werden. Um die Auswirkungen des Virus abzuschwächen, müssen sich die Mediengruppen anpassen oder sie gehen unter. Sie müssen sich an die neuen Realitäten anpassen, was bedeutet, dass sie ihre Modelle und ihre operative Dynamik ändern müssen, um überleben zu können. Um zu überleben und relevant zu bleiben, müssen Journalisten sich vernetzen und an Fortbildungen und Trainings teilnehmen, um sich mit neuen Skills auszustatten, ihr Verständnis von Themen zu schärfen und sich an veränderte Umgebungen anzupassen. Zu diesem Zweck muss die Zusammenarbeit aktiv gefördert und aufrechterhalten werden.