Über die Kampagne

Desinformation, Propaganda und “Fake News” hat es schon immer gegeben. Aber warum sollten wir uns darüber überhaupt Sorgen machen?

Was sie heute anders ist, ist ihre schnelle Verbreitung und globale Reichweite. Die Verbreitung falscher Informationen wird von den Gegnern der Freiheit absichtlich als Waffe eingesetzt. Sie wird benutzt, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in demokratische und staatliche Institutionen sowie die Medien zu mindern und soziale Spaltung, Ressentiments und Ängste zu verstärken.

Die Kampagne FreedomFightsFake ermutigt Bürgerinnen und Bürger rund um den Globus, sich kritisch mit dem Thema Desinformation auseinanderzusetzen.

Wie können wir erkennen, welche Behauptungen (absichtlich) falsch sind?
Auf welche Weise können wir dem globalen Phänomen der Desinformation begegnen?
Wie steht es um die Medienfreiheit in der Welt und wie können wir sie stärken?

Begeben Sie sich mit uns auf die Suche nach Antworten unter und lassen Sie uns gemeinsam gegen Desinformation vorgehen!

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Die Zukunft des Journalismus heißt: Email?

Zensur, politische Repressionen und Misstrauen gegen etablierte Medien – die Pressefreiheit leidet weltweit. Einer ihrer Gegner rückt neben offensichtlichen Missständen oft in den Hintergrund: wirtschaftlicher Druck. Ein neues Projekt macht vor, wie die Zukunft des Journalismus aussehen könnte. Und greift zu archaisch wirkenden Mitteln.

3000 Redakteure, Fact Checker, Grafiker und andere Angestellte von Redaktionen haben allein in den Vereinigten Staaten ihren Job verloren.. Nicht während der Corona-Pandemie, sondern bereits im vergangenen Jahr.
Der Grund: Wirtschaftliche Engpässe. Deren Ursprung? Neben der zaghaften Umstellung traditioneller Verlagshäuser auf digitale Angebote und dem Wegbrechen von Werbeeinnahmen, liegt es wohl vor allem an der Tatsache, dass sich User daran gewöhnt haben, nicht mehr für News bezahlen zu müssen. Verständlich. Doch kein Zukunftsmodell.

Langsames Umdenken

Diese Philosophie hat sich geändert. Nicht nur bei den Rezipienten, auch in den Redaktionen. Und die Ideen reichen längst über das Einführen eines Abonnements hinaus. Auch wenn sich diese in Einzelfällen als erfolgreich erweist:
Die norwegische Zeitung Dagbladet etwa setzt auf personalisierte Bezahlmodelle, die das Leseverhalten von Usern analysieren und Angebote auf den einzelnen Leser zuschneiden.

Trotz allem: Redaktionen werden weiterhin Stellen streichen. Deswegen könnte die Plattform Substack ein Impuls für Medienhäuser und Freelance-Berichterstatter sein: Journalisten schreiben direkt für ihren Leserkreis. Per … Email? Die zunächst wenig innovativ anmutende Idee stammt vom Technologie-Journalisten und Substack-Gründer Hamish McKenzie.

Abseits der etablierten Medien? 

Abonniert werden also keine Medienmarken mehr, sondern einzelne Newsletter, die im Postfach des Lesers landen. Menschen schreiben an Menschen, ganz altmodisch. Gezahlt wird an den Verfasser des Textes. Auch wenn sich McKenzie verhalten über den Erfolg seines Mediums äußert und betont, es sei nicht der einzige Weg, eine unabhängige Medienlandschaft zu erhalten, weist er auf die Tragfähigkeit seines Modells hin. 

Wie etwa Ryan O’Hanlons No Grass In The Clouds beweist. Einem Fußball-Newsletter, den er sonst ausschließlich für die Bloomberg Newsweek geschrieben hat. Je spitzer und unterhaltsamer die Nische, desto gefragter der Autor.

In der übrigen Online-Welt hat sich diese Strategie bewährt – etwa für Kreative, wie Musiker , Videokünstler oder Illustratoren auf Patreon oder Einzelunternehmer aller Art auf Youtube. Und jüngst auch auf dem Messenger Telegram. Wie bei jedem Online-Kanal schwingt das Risiko mit, dass Polemik Reichweite erzeugt. Direkt vom Leser angeforderte Newsletter können diesem Mechanismus entgegenwirken, weil sie sich durch Nischenwissen und tiefer gehende Artikel als Experten positionieren.

Dennoch zeigt Substack eine erfreuliche Entwicklung auf. Und bietet neue Kooperationsmöglichkeiten von großen Journalismus-Brands und Einzelautoren. Denn eines machen die Subscriptions deutlich: Journalisten, die auch für traditionelle Medien schreiben, haben die meisten Leser. Sie nutzen etablierte Kanäle, um sowohl ihre Sichtbarkeit als auch das Vertrauen ihrer Leser zu steigern.