Über die Kampagne

Desinformation, Propaganda und “Fake News” hat es schon immer gegeben. Aber warum sollten wir uns darüber überhaupt Sorgen machen?

Was sie heute anders ist, ist ihre schnelle Verbreitung und globale Reichweite. Die Verbreitung falscher Informationen wird von den Gegnern der Freiheit absichtlich als Waffe eingesetzt. Sie wird benutzt, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in demokratische und staatliche Institutionen sowie die Medien zu mindern und soziale Spaltung, Ressentiments und Ängste zu verstärken.

Die Kampagne FreedomFightsFake ermutigt Bürgerinnen und Bürger rund um den Globus, sich kritisch mit dem Thema Desinformation auseinanderzusetzen.

Wie können wir erkennen, welche Behauptungen (absichtlich) falsch sind?
Auf welche Weise können wir dem globalen Phänomen der Desinformation begegnen?
Wie steht es um die Medienfreiheit in der Welt und wie können wir sie stärken?

Begeben Sie sich mit uns auf die Suche nach Antworten unter und lassen Sie uns gemeinsam gegen Desinformation vorgehen!

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Desinformation und freie Meinungsäußerung in Lateinamerika

Die Tatsache, dass viele lateinamerikanische Länder eine Sprache teilen sorgt dafür, dass sich Desinformation in der Region schneller ausbreitet. Um dies zu bekämpfen hielt unser Büro in Mexiko das erste “Media Literacy Festival”, mit dem Ziel, die Relevanz und Wichtigkeit von Desinformation in unserer Gesellschaft zu betonen.

Die aktuelle Gesundheitskrise hat weltweit enorme Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir auf Informationen zugreifen, und in Regionen wie Mexiko und Mittelamerika hat sie strukturelle Brüche in Bezug auf die Ungleichheit von Ressourcen, den Zugang zu Informationen und Rechte aufgezeigt. Insgesamt ist die lateinamerikanische Gesellschaft mit Desinformation, Gewalt, Straffreiheit und einem Mangel an den zur Bewältigung dieser Herausforderungen notwendigen Instrumenten konfrontiert. 

Die Gesellschaft hat das Recht, jederzeit objektive, pluralistische und wahrheitsgemäße Informationen zu erhalten. Theoretisch ist der Staat dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass dieses Recht respektiert wird, und gleichzeitig angemessene Lösungen für Krisen bereitzustellen. Regierungen mit populistischen oder autoritären Tendenzen können jedoch Krisen nutzen, um Desinformation zu verbreiten und/oder unverhältnismäßige Einschränkungen bei der Wahrnehmung von Rechten durchzusetzen. Sogar in demokratischen Ländern können die Instrumente, die von den Regierungen zur Sammlung von Informationen eingesetzt werden, dazu benutzt werden, gefährdete Gruppen wie Journalisten oder Aktivisten zu schädigen. Leider hat die Pandemie die Bedrohung der freien Meinungsäußerung in der journalistischen Arbeit verschärft, da die Regierungen versuchen, die Berichterstattung über die Pandemie zu kontrollieren. 

Video über Desinformation von der FNF Lateinamerika

In mehreren Regionen Mexikos wurde die Regierung beschuldigt, die Schwere der Pandemie herunterzuspielen, die Zahlen der Covid-19-Fälle und Todesfälle zu niedrig anzugeben und es versäumt zu haben, der Bevölkerung frühzeitig offizielle Handlungsempfehlungen zu geben. Auch in den zahlreichen (offiziellen) indigenen Sprachen, die in vielen Gegenden des Landes gesprochen werden, fehlten offizielle Informationen, was zu einer Explosion von Falschinformationen und Gerüchten über Covid-19 führte und diese ländlichen indigenen Gemeinschaften unverhältnismäßig stark in Mitleidenschaft zog. 

Die FNF Mexiko arbeitete mit der internationalen NGO Article 19 an einem Multiplattform-Projekt über Desinformation und Meinungsfreiheit. Es umfasst die Ausbildung und Schulung von Journalisten in Mexiko, eine Informationskampagne und einen ausführlichen Bericht mit dem Titel „C.O.V.I.D.: Meinungs- und Informationsfreiheit während der Pandemie in Mexiko und Mittelamerika“ (in spanischer Sprache hier verfügbar). Der Bericht vergleicht die Situation in Ländern mit demokratisch gewählten Regierungen in Mexiko, Guatemala, El Salvador und Honduras mit der Situation in Kuba, wo es keine Informationsfreiheit gibt, und analysiert die Rolle des Staates und der Technologie beim Zugang zu Informationen sowie die Pressefreiheit während der Pandemie. Der Bericht enthält außerdem Empfehlungen in Bezug auf das Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit, Gewalt gegen die Presse und den Einsatz technologischer Mittel zur Bewältigung aktueller und künftiger Krisen.

Alle Sessions des Forums sind jetzt auf spanischer Sprache auf dem FNF Mexico YouTube Channel and der entsprechenden Facebook Seite verfügbar. Um den vollen Ablauf in Spanisch zu sehen, klicken Sie bitte hier.