Über die Kampagne

Desinformation, Propaganda und “Fake News” hat es schon immer gegeben. Aber warum sollten wir uns darüber überhaupt Sorgen machen?

Was sie heute anders ist, ist ihre schnelle Verbreitung und globale Reichweite. Die Verbreitung falscher Informationen wird von den Gegnern der Freiheit absichtlich als Waffe eingesetzt. Sie wird benutzt, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in demokratische und staatliche Institutionen sowie die Medien zu mindern und soziale Spaltung, Ressentiments und Ängste zu verstärken.

Die Kampagne FreedomFightsFake ermutigt Bürgerinnen und Bürger rund um den Globus, sich kritisch mit dem Thema Desinformation auseinanderzusetzen.

Wie können wir erkennen, welche Behauptungen (absichtlich) falsch sind?
Auf welche Weise können wir dem globalen Phänomen der Desinformation begegnen?
Wie steht es um die Medienfreiheit in der Welt und wie können wir sie stärken?

Begeben Sie sich mit uns auf die Suche nach Antworten unter und lassen Sie uns gemeinsam gegen Desinformation vorgehen!

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Die Stimme der Zukunft? Vox und der erklärende Journalismus

Die Welt ist kompliziert. Deswegen muss Journalismus simpler werden. Das US-amerikanische Nachrichtenportal Vox ist aktuell Vorreiter, wenn es darum geht, komplexe Zusammenhänge in appetitlichen Häppchen zu präsentieren. Damit will es der Eskalation von Debatten entgegenwirken.

Bereits im Jahr 2014 hat der ehemalige Washington Post-Kolumnist Ezra Klein Vox gegründet. Bis heute hat es sich zu einem reichweitenstarken Vorbild für modernen Online-Journalismus entwickelt. Weshalb?

Kleins und damit Vox’ Antworten sprechen eine eigene Bildsprache, die dem Leser im Vergleich zu klassischen Texte einen klaren Mehrwert bietet: Kontext durch weiterführende Informationen. Verpackt in simpler Grafik und leicht konsumierbaren Videos. Diese erzielen eine enorme Reichweite: 8,5 Millionen Menschen haben Vox abonniert, im August 2019 belief sich die Besucherzahl der Seite auf 33,4 Millionen.

Die eigentliche Überzeugungskraft der Website und der dazugehörigen Formate wie einem Podcast, dem Netflix-Format „EXPLAINED“ und YouTube-Videos steckt im Ansatz des explanatory journalism, dem erklärenden Journalismus, und dessen konsequenter digitaler Ausrichtung.
Erkläre nicht, was gerade passiert. Sondern warum passiert, was passiert.
Gleichzeitig muss man sagen: Hinter Vox steckt kein altruistischer Gedanke. Sondern das Streben der Mutterfirma Vox Media nach Abonnenten und Relevanz. Eine wirtschaftliche Motivation – wenn auch mit allgemeinnützigem Output.

Vox will sich als neutrales Medium konsumieren und unnachgiebig hereinströmenden Flut von Meldungen aus aller Welt, Schritt zu halten – und machen sich so zu reinen Chronisten, die durch mehr Masse mehr User erreichen wollen. Es scheint immer schwieriger, Schlaglichter zu setzen und Themen ausgiebig zu beleuchten.

So versucht Vox sich abzugrenzen, indem es seinen Fokus auf latent aktuelle Themen setzt und diese besonders durch eine grafisch attraktive Umsetzung an die Sehgewohnheiten von Online-Nutzern anpasst.
Kritisiert wird das Unternehmen besonders von US-amerikanischen Journalisten, die Vox vorwerfen, das Medium springe zu oft auf popkulturelle Themen auf, um seine Visits zu steigern. Politik sei nur zweitrangig, Entertainment stehe im Vordergrund. Auf Twitter entbrennen aus diesem Grund heftige Debatten um die meist geklickten Artikel auf der Seite.
Ein berechtigter Angriff, der gleichzeitig beweist, wie moderner Online- Journalismus möglicherweise aussehen kann, um eine höhere Reichweite zu erzielen.